Johannes Mauder macht sich Gedanken über Hoffnung

Fast jeden Monat schreiben Projektträger zu einem bestimmten Stichwort. Im April macht sich Johannes Mauder von der Stiftung Weg der Hoffnung Gedanken über Hoffnung für behinderte Kinder in Kolumbien.

Durch die Betreuung und Förderung in der Stiftung bekam Angelica die Möglichkeit, eine Schule über das Schulprojekt „Schule für alle“ zu besuchen. Schon nach wenigen Monaten fiel Angelica durch ihre Intelligenz und Zielstrebigkeit auf. (© Foto: Stiftung Weg der Hoffnung)

Vom Stillstand zur Freiheit: Ein neues Leben auf Rädern in Kolumbien
Die 14-jährige Angelica Lucía Salazar sitzt auf ihrem Rollstuhl und lacht, während sie durch den Hof ihrer Schule rollt. Ihre Freunde laufen neben ihr her, rufen ihren Namen und feuern sie an, als wäre jede Runde über den holprigen Beton ein kleines Rennen. Für viele mag dieser Moment alltäglich erscheinen. Für Angelica ist er ein Triumph - ein Symbol für Freiheit und Hoffnung. 

Angelica ist gemeinsam mit ihrem Vater aus Venezuela geflüchtet und lebt seit fünf Jahren in Kolumbien. Sie wohnt in einem der Armenviertel Villavicencios. Bei meinem letzten Projektbesuch im Februar erzählte sie mir von ihrem Alltag voller Herausforderungen. Ihr Vater arbeitet als Friseur und die kleine Familie wohnt in einer engen Wohnung ohne barrierefreie Zugänge. Jedes Verlassen der Wohnung ist für Angelica eine Anstrengung, da sie immer auf die Hilfe ihres Vaters angewiesen ist.

Heute zählt Angelica zu den Besten ihrer Klasse. Ihre Mitschüler und Lehrer schätzen sie nicht nur für ihre Leistungen, sondern auch für ihr ansteckendes Lächeln, ihre schöne Stimme und ihr künstlerisches Talent. (© Foto: Stiftung Weg der Hoffnung)

Ein Wendepunkt in ihrem Leben war die Aufnahme in die Behinderteneinrichtung der Stiftung Weg der Hoffnung, die mit Hilfe von Sternstunden errichtet wurde. Dort erhielt sie ihren ersten Rollstuhl und lernte, sich selbstständiger zu bewegen. Zum ersten Mal konnte sie ohne fremde Hilfe am Leben teilnehmen. Durch die Betreuung und Förderung in der Stiftung bekam Angelica später die Möglichkeit, eine Schule über das Schulprojekt „Schule für alle“ zu besuchen. Ohne diese Unterstützung wäre ein Schulbesuch für sie kaum denkbar gewesen. Schon nach wenigen Monaten fiel Angelica durch ihre Intelligenz und Zielstrebigkeit auf. Sie fand schnell ihren Platz in der Klasse und wurde eine herausragende Schülerin. Heute zählt sie zu den Besten ihrer Klasse. Ihre Mitschüler und Lehrer schätzen sie nicht nur für ihre Leistungen, sondern auch für ihr ansteckendes Lächeln, ihre schöne Stimme und ihr künstlerisches Talent.

Trotz all ihrer Erfolge gibt es Herausforderungen, die Angelica bewältigen muss. Seit fünf Jahren lebt sie getrennt von ihrer Mutter, die in Venezuela geblieben ist. Doch ihr Vater ist stets an ihrer Seite, unterstützt sie in allem, was sie tut, und fördert ihre Fähigkeiten und Talente.

Jedes Verlassen der Wohnung ist für Angelica eine Anstrengung, da sie immer auf die Hilfe ihres Vaters angewiesen ist. (© Foto: Stiftung Weg der Hoffnung)

Ein großes Problem war lange Zeit, dass Angelica keine Therapien erhielt, da sie keine Krankenversicherung hat. Doch nun kann sie die dringend benötigten Behandlungen in der Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Stiftung Weg der Hoffnung erhalten. Während meines jährlichen Projektbesuchs sprach ich mit ihrem Vater darüber. Die engagierten Mitarbeiter der Stiftung setzten sich dafür ein, dass Angelica endlich die dringend benötigten Therapien bekam. 

Angelicas Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, Kindern nicht nur praktische Hilfe zu bieten, sondern ihnen auch Hoffnung und das Gefühl zu geben, dazuzugehören - mit all ihren Fähigkeiten und Träumen. So wie Angelica erhalten über 2000 Kinder und Jugendliche in den verschiedenen Projekten des „Wegs der Hoffnung“ in Kolumbien diese Unterstützung und neue Perspektiven.

Heute träumt Angelica davon, Lehrerin zu werden: „Ich möchte anderen Kindern beibringen, dass wir niemals aufgeben dürfen." (© Foto: Stiftung Weg der Hoffnung)

Heute träumt Angelica davon, Lehrerin zu werden. „Ich möchte anderen Kindern beibringen, dass wir niemals aufgeben dürfen,“ sagt sie mir mit einem entschlossenen Blick. Ihre Reise hat gerade erst begonnen, aber sie zeigt schon jetzt, wie sehr ein wenig Unterstützung das ganze Leben in Bewegung bringen kann.

Für Angelica und viele Kinder in Villavicencio hat Hoffnung einen Namen: Camino de la Esperanza

Dr. Johannes Mauder ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung Weg der Hoffnung (© Foto: Stiftung Weg der Hoffnung)

Meldung erstellt am: 17. März 2025