Orienthelfer e.V.

Milchnahrung für Flüchtlingsbabys im Libanon

Sie sind traumatisiert, vaterlos und hungrig. Tausende syrische Kinder leben nach ihrer Flucht in den Libanon mit ihren Familien in Zeltlagern. Seit Beginn des Bürgerkrieges sind hier 1,7 Millionen Flüchtlinge eingetroffen. Die meisten von ihnen Frauen und Kinder. Mit Unterstützung von Sternstunden hilft der Verein Orienthelfer e.V., gegründet 2012 von dem Kabarettisten Christian Springer, Kleinkinder bis zu einem Jahr mit lebensrettender Milchnahrung zu versorgen.

© alle Fotos: Orienthelfer e.V.

Maya weint. Sie hat Hunger. Doch hier im Flüchtlingscamp in Tripoli ist alles knapp. Decken, Kleidung und auch Babynahrung. Die UN haben die Verteilung von sogenannten "non-Food items" - Produkten also, die nicht als Lebensmittel eingestuft werden - eingestellt, darunter fällt Milchpulver. Mayas Mutter kann das acht Monate alte Mädchen nicht stillen. Die meisten Frauen, die von Syrien in den benachbarten Libanon fliehen, sind so geschwächt und abgemagert, dass sie keine Milch bilden können. Sie leben mit ihren Kindern in Zeltstädten, ohne sanitäre Anlagen, Trinkwasser oder Heizungen. Viele von ihnen sind ohne ihre Männer hier. Die wurden in Syrien ermordet oder versuchen, sich nach Europa durchzuschlagen.

Nur ein Teil der im Libanon stationierten Flüchtlinge, etwa 55 Prozent, bekommt einmal im Monat Versorgungscoupons in Höhe von 13,50 US-Dollar. Zum satt werden ist das zu wenig. Die übrigen 45 Prozent  bekommen gar nichts. Arbeit für heimatlose Syrer ist hier rar. Und weil es keine staatlichen Notunterkünfte gibt, müssen die Flüchtlinge für einen Zeltplatz auf einem Acker oder hinter einer Scheune hohe Mieten bezahlen – bis zu 100 US-Dollar im Monat.

Für teure Babymilch bleibt da meist kein Cent übrig. Seit 2013 unterstützt Sternstunden daher den Verein "Orienthelfer e.V." des Kabarettisten Christian Springer im Kampf gegen die Unterernährung mit insgesamt 190.000 Euro. 700 bis 1.000 Babys zwischen null und zwölf Monaten werden auf diese Weise mit Milchprodukten und Babynahrung versorgt - und, wenn das Geld reicht, auch mit Windeln. 

Auch Mayas Mutter ist im Verteilsystem registriert. Alle 14 Tage kann sie den Bedarf an Flaschenmilch und Babynahrung hier abholen. Wenn die acht Monate alte Maya ihren ersten Geburtstag feiert, rückt das nächste Baby auf der Warteliste nach. Eine Änderung der derzeitigen Situation im Libanon ist nicht in Aussicht.

Projekt-Steckbrief

Milchnahrung für Flüchtlingsbabys

Aktionsjahr: 2013
Fördersumme: 190.000,00 €
Ort: Tripoli

Kontakt

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